Shopware

Shopware für Verlage

Das richtige E-Commerce-System für einen Shop zu finden ist nicht einfach, wenn man selbst nicht schon mit unterschiedlichen Systemen gearbeitet hat. Wenn ihr zudem noch auf der Suche nach einem E-Commerce-System für eure Verlagswebsite seid, wird es noch einmal schwieriger, denn Verlage haben meist zusätzliche Anforderungen an Webshops. In diesem Beitrag stelle ich euch das Shopware 5 aus Verlagssicht vor und zeige euch, wie ihr damit einen Shop aufsetzen könnt, der alles beinhaltet, was Verlage benötigen.

Tipp: Um Shopware vollumfänglich zu testen und die hier beschriebenen Ideen nachzuvollziehen, könnt ihr die offizielle Demoversion http://www.shopwaredemo.de nutzen. Eine Registrierung ist nicht nötig.

Und noch ein Hinweis: Ich beschreibe hier, was mit Shopware grundsätzlich möglich ist und zeige euch, wie flexibel das System ist. Wenn ihr allerdings professionell mit einem größeren Produktsortiment arbeitet, ist es natürlich empfehlenswert, für einige der unten beschriebenen Funktionen richtige Plugins (d.h. einzelne Module, die der Grundinstallation von Shopware flexibel hinzugefügt werden können) zu entwickeln.

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Produktdetailseite
  2. Produkte richtig sortieren
  3. Autoren

1. Die Produktdetailseite

1.1. Produktinformationen

Shopware bringt von Haus aus schon viele praktische Felder mit, in denen nur noch die Produktinformationen eingetragen werden müssen wie beispielsweise Produkttitel, Lagerbestand, Breite und Höhe usw. Da Shopware aber erstmal von Haus aus noch nicht für den Buchverkauf vorgesehen ist, fehlen diese Felder:

  • Autor
  • Format (z.B. gebunden, Taschenbuch)
  • Auflage
  • Seitenanzahl

Diese lassen sich in Shopware relativ leicht über die Attributfelder nachrüsten. Die ersten beiden Freitextfelder sind sogar schon im Backend beim jeweiligen Artikel (Artikel – Übersicht – Artikel bearbeiten) vorhanden:

Freitextfelder in Shopware

Zusätzliche Felder lassen sich bei Shopware über Einstellungen – Freitextfeld-Verwaltung bearbeiten.

Freitextfeld-Verwaltung in Shopware

Wie auf dem Screenshot zu sehen, findet ihr hier auch die Freitextfelder, die im Screenshot oben befüllt werden. Benennt diese Felder einfach in „Seiten“ und „Format“ um, und schon ist die Produktseite um diese Informationen ergänzt:

beispielhafte Produkteseite

Weitere Felder lassen sich über die Freitext-Verwaltung hinzufügen:

Freitextfeld-Verwaltung in Shopware

Unterhalb der konfigurierten Felder attr1 bis attr4 gibt es noch die Felder attr5 bis attr20, die ihr aktivieren und wie die oben vorgestellten Felder umbenennen könnte. Um sie unterhalb der oben konfigurierten Seiten und dem Buchformat anzeigen zu lassen, ist allerdings noch eine Ergänzung in der Template-Datei eures Themes notwendig.

Da das Templating von Shopware ein Thema für sich ist und dieser Artikel eigentlich nur einführend sein soll, führe ich die Änderung der Vollständigkeit halber auf. Für jemanden, der sich mit Templating auskennt, ist es keine große oder aufwändige Sache. Ihr solltet euch darüber aber zunächst nicht weiter den Kopf zerbrechen, sondern einfach weiterlesen, was mit Shopware noch alles möglich ist!

Notwendige Ergänzung in /detail/index.tpl (beispielhaft für ein neues Attributfeld „attr5“):


{block name='frontend_detail_data_attributes' append}
{if $sArticle.attr5}
    <li class="base-info--entry entry-attribute">
        <strong class="entry--label">
            {s name="DetailAttributeField5Label"}{/s}:
        </strong>

        <span class="entry--content">
            {$sArticle.attr5|escape}
        </span>
    </li>
{/if}
{/block}

1.2. Auch erhältlich als…

Produkte in ähnlichem Format bei Amazon

Amazon macht es – wie so oft – geschickt vor und verknüpft Produkte in unterschiedlichen Medienformaten miteinander. So sieht der Kunde immer auf einen Blick, ob es eine gebundene Ausgabe, ein Taschenbuch, ein E-Book oder eventuell sogar noch ein Hörbuch zu diesem Titel gibt. In Shopware ist diese Möglichkeit noch nicht direkt angelegt, über einen kleinen Umweg könnt ihr aber eine Verknüpfung schaffen: Macht euch einfach die Zubehör-Artikel und die oben vorgestellte Freitextfeld-Verwaltung zunutze!

Verknüpft dazu zuerst beim jeweiligen Artikel im Reiter Cross-Selling:

Cross-Selling bei Shopware

Bei einem Buch macht es Sinn, dieses jetzt mit seinem E-Book, Hörbuch, der gebunden Ausgabe und der Taschenbuchausgabe untereinander zu verknüpfen. Entscheidend dafür, dass die Verknüpfung auch funktioniert ist, dass das Feld „Format“ (attr2), das wir unter 1.1. angelegt haben, existiert und ausgefüllt ist – nämlich mit dem Format, das verlinkt werden soll. So steht dann beim Buch:

Auch erhältlich als:

  • gebundenen Ausgabe
  • E-Book
  • Hörbuch

Mit dem Code weiter unten – an der richtigen Stelle eingebunden – kann das dann so aussehen:

Medium in anderen Formaten erhältlich

Und hier der Code:

{s name="DetailDataInfoZubehoer" namespace="frontend/detail/index"}Auch erhältlich als:{/s}

{if $sArticle.sRelatedArticles && !$sArticle.crossbundlelook}
<ul>
    {foreach $sArticle.sRelatedArticles as $accssoryproduct}
            {if $sArticle.sRelatedArticles && !$sArticle.crossbundlelook}
                <li>
                    <a href="{$accssoryproduct.linkDetails}">{$accssoryproduct.attr2}</a>
                </li>
            {/if}
        {/foreach}
</ul>
{/if}

1.3. Leseproben Above the Fold einbinden

Leseproben lassen sich bei Shopware für jeden einzelnen Artikel ganz einfach im Reiter Ressourcen einbinden. Leider erscheinen sie dann aber auch nur ganz unten, zusammen mit anderen Downloads und Ressourcen. Da die Leseprobe aber mit das wichtigste Verkaufsinstrument ist, sollte sie direkt beim Buch eingebunden werden, am besten ganz prominent direkt daneben – der Platz ist schon vorhanden, da Shopware hier sowieso schon die Innenansichten einbindet:

Leseprobe einbinden - so könnte es aussehen

Wichtig ist nun, dass ihr bei jedem Upload die Leseprobe in Shopware (nicht der Dateiname, sondern die Bezeichnung im Shopware-Backend) mit „Leseprobe“ benennt. Dann lässt sich folgender Code in der Produktdetailseite weiter oben so einbinden, dass die Leseprobe – wenn vorhanden – noch über den Innenansichten angezeigt wird:

    <div class="image--thumbnails image-slider--thumbnails">
        {foreach $sArticle.sDownloads as $download}
            {if $download.description == "Leseprobe"}
                                
                <a href="{$download.filename}" target="_blank" title="Leseprobe {$sArticle.articleName}">
                    <span>
                        {s name="DetailThumbnailLeseprobe" namespace="frontend/detail/index"}Leseprobe{/s}
                    </span>
                </a>    

            {/if}
        {/foreach}
    </div>

2. Produkte richtig sortieren

Bei den meisten Online-Shops ist die Sortierung der Produkte erstmal ganz einfach: es kommt eine neue Kollektion herein, diese wird in den Shop eingepflegt, veröffentlicht und verkauft. Shopware bringt hier noch die praktische Funktion mit sich, dass ein „Neu“-Bagde bei diesen Artikeln angezeigt wird. Im Backend ist zudem ganz einfach einstellbar, bis zu wie viel Tage nach seinem Einstelldatum der Artikel mit diesem Badge gekennzeichnet ist.

Produktsortierung bei Shopware

Bei Büchern ist das nicht ganz so einfach. Verlage stellen ihre „Kollektion“ nicht ein, wenn sie zum Verkauf bereitsteht, sondern bekanntermaßen einmal im Frühjahr und einmal im Herbst. Die Bücher sind dann oft ein paar Monate lang noch nicht kaufbar, aber schon vorbestellbar. Das ein großes Problem: In der Kategorieübersicht stehen die neuen, noch nicht verfügbaren Bücher unter Umständen wochen- bis monatelang ganz oben, während aktuell grade wirklich neue Titel auf Seite 2 oder weit unten begraben sind.

Aber hierfür hat Shopware zum Glück schon eine Lösung parat und hat Einstelldatum und Erscheinungsdatum entkoppelt:

  • Das Einstelldatum ist verantwortlich für die Sortierung der Produkte im Shop. Die Produkte werden achronologisch, von neu nach alt, nach diesem Datum sortiert
  • Das Erscheinungsdatum gibt frei, ab wann ein Artikel verfügbar ist

Für die Praxis bedeutet dies: neue, noch nicht erschienene Bücher sollten, sofern sie nicht ganz oben stehen sollen, immer ein fiktives Einstelldatum, das weit in der Vergangenheit liegt, bekommen – und ihr tatsächlicher Erscheinungstermin sollte im Feld Erscheinungsdatum vermerkt werden!

3. Autoren

Sollen die Autoren einfach nur beim Buch mit angezeigt werden, kann hierfür ebenfalls ein weiteres Freitextfeld angelegt werden, in das der oder die Autoren eingetragen werden können. In der Regel ist bei einer Verlagswebsite der Autor aber auch immer mit einer Autorenseite verknüpft.

Shopware hat von Haus aus mit den sogenannten Herstellern ein ähnliches Prinzip schon vorbeitet: Jedes Produkt ist einem Hersteller zugeordnet, auf einer Herstellerseite lassen sich dann alle Produkte eines Herstellers gesammelt ansehen:

Eine Herstellerseite in Shopware

Allerdings lässt sich jedes Produkt nur einem Hersteller zuordnen, eine Mehrfachauswahl ist also nicht möglich. Deshalb gibt es an dieser Stelle nur zwei Möglichkeiten: Das Modul aufbrechen oder ein komplett neues Plugin für Autoren anlegen. Ich würde euch empfehlen, ein extra Autoren-Plugin anzulegen, da sich das Hersteller-Modul daneben perfekt für Verlage und Imprints nutzen lässt!

Es gibt sicher noch mehr Details, die für Verlage bei Shopware entscheidend sind, dies sind aber die entscheidendsten Punkte, mit denen sich wohl jeder Verlag gleich zu Beginn befassen wird, wenn er überlegt, auf Shopware umzusteigen. Natürlich gibt es auch noch ganz andere Probleme wie Performance, Wartbarkeit etc., mir ging es aber darum, in diesem Artikel die möglichst praxisnahen Fragen, die aus Nicht-Entwicklersicht aufkommen, zu beantworten.

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Shopware

Shopware: Google Analytics Conversion Funnel einrichten

Online gibt es unterschiedliche Anleitungen zum Einrichten des Conversion Funnels von Google Analytics für Shopware, allerdings hat mir keine so richtig weitergeholfen. Auch die Diskussion im Forum von Shopware ist veraltet. Ich habe mich mit dem Thema deshalb etwas ausführlicher befasst und hoffe, mit diesem Artikel auch anderen eine Hilfestellung für die Einrichtung in Shopware 5.2.24 (und aufwärts) geben zu können.

Die „empfohlene“ Einrichtung

Google Conversion Funnel Einstellungen für Shopware

Auf Grundlage der Anleitung im Forum hatte ich den Funnel zunächst so aufgebaut:

  1. /checkout/cart (Warenkorb)
  2. /register (Registrierung)
  3. /checkout/confirm (Bestellüersichtsseite)
  4. /checkout/finish (Bestellung erfolgt)

Dies bringt jedoch gleich mehrere Probleme mit sich:

Warenkorb

Hat man bei Shopware den AJAX-Warenkorb (d.h., dass der Warenkorb von rechts auf den Bildschirm „gefahren“ kommt) aktiviert, gelangen die Nutzer in der Regel nicht unbedingt auf den Warenkorb, sondern direkt auf die Registrierungsseite.

Selbst wenn man (wie oben im Screenshot zu sehen rechts neben den Eingabefeldern) die Option „erforderlich“ auswählt, hat das zur Folge, dass unter Umständen 100 Leute in den Funnel aussteigen, aber 140 den Kauf abschließen.

Ajax Warenjorb bei Shopware

Der Ajax-Warenkorb, der rechts „ausfährt“, leitet direkt zur Kasse und nicht zur Warenkorbseite /checkout/cart

Registrierung

Von der Seite /register (Registrierung) gelangt man zu nahezu 100% immer zu /checkout/confirm (Bestellübersichtsseite). Dies also in zwei Schritte aufzuteilen bringt so gut wie gar nichts, da hier auch keine Ausstiege stattfinden.

Hinzu kommt, dass /register nicht immer die angezeigt URL ist, auf die man gelangt, wenn man vom Warenkorb zur Kasse will, sondern in der Regel /checkout/confirm. Dort wird je nachdem, ob man eingeloggt ist oder nicht, entweder die Login- oder die Bestellbestätgungsseite angezeigt.

Die Confirm-Seite eingeloggt

Unter derselben URL werden in eingeloggtem und nicht eingeloggtem Zustand zwei unterschiedliche Inhalte aufgerufen. Für Google Analytics wird dies aber als ein Seitenaufruf gesehen, da die URL gleich ist.

Die Confirm-Seite nicht eingeloggt

Eine Lösung für das Problem

Als erstes entferne ich den Warenkorb aus dem Funnel. Der Warenkorb lässt sich weiterhin als einzelne Seite betrachten: Über die Reiter „Navigationsübersicht“ lässt sich sehen, wie hoch die Ausstiege sind. Weiter hilft hier außerdem Googles Bericht zum Nutzerfluss.

Die nun verbleibenden Seiten in den Funnel einzuordnen, wird ziemlich schwer, denn der Nutzer ruft unterschiedliche Seiten auf, je nachdem ob er eingeloggt ist oder nicht und ob er Neukunde ist oder nicht:

eingeloggter Nutzer Neukunde (erstellt Login) Bestellung ohne Registrierung
/checkout/confirm
Login
/checkout/confirm
Registrierung
/checkout/confirm
Adresseingabe
/checkout/shippingPayment
Zahlungsart wählen
/checkout/shippingPayment
Zahlungsart wählen
/checkout/confirm
Bestellübersicht
/checkout
Bestellübersicht
/checkout
Bestellübersicht
Zwischenschritt mit Payment-Seiten z.B. für SEPA, Kreditkarte…
/checkout/finish
Bestellbestätigunsseite – für alle gleich

Nach dieser Übersicht gäbe es demnach einen zweischrittigen Funnel, bestehend aus /checkout/confirm und /checkout/finish. Beides ist nur wenig aussagekräftig ist das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum es keine weiteren Artikel und Anleitungen zu diesem Thema gibt.

Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch?

  • Für Google Analytics lassen sich einzelne Seiten umbenennen, das heißt, obwohl die URL /checkout ist, wird in Analytics /xyz0123 geschrieben. Der Aufwand ist relativ hoch, da – z.B. über den Tag-Manager – definiert werden müsste, wann die Seite umbenannt wird
  • Für die drei Fälle – eingeloggter Nutzer, nicht eingeloggter Nutzer, Neukunde – könnten theoretisch drei Zielvorhaben mit drei getrennten Funnels definiert werden. Schwierig wird das allerdings, da alle ja dasselbe Ziel hätten…
  • Abfinden damit, dass der Funnel bei Shopware nicht so optimal funktioniert: In diesem Fall gibt es bei Google die Möglichkeit, sich einzelne Seiten herauszufischen und hier zu betrachten, wie hoch Ausstiege und Abbrüche sind und wo der Nutzer als nächstes hingeht.
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Online Marketing

Crossdomain-Tracking in Google Analytics einrichten

Ihr kennt es sicher aus eurem Online-Marketing-Alltag: Es wird eine hübsche Microsite oder eine aufwändige Kampagnenseite unter einer neuen URL erstellt. Der Traffic wird mit viel Aufwand und Budget auf diese Seite gelenkt. Es wird ein eigenes Tracking eingerichtet und wir sehen, dass 1.000 Besucher zu dieser Seite kamen und sich im Schnitt 3 Minuten und 23 Sekunden dort aufhalten. Nur haben die Besucher dann auch auf den großen roten Button geklickt, sind zu eurem Webshop gelangt und haben das beworbene Produkt tatsächlich gekauft?

Das lässt sich nur schwer sagen. Schickt ihr Besucher nämlich von einer zu einer anderen Domain, geht die Surfhistorie des Nutzers verloren.

Ein Praxisbeispiel

Die Firma X verkauft Blumentöpfe. Zur Frühjahrssaison launcht Sie die Microsite Blumentopfberater, auf der man sich interaktiv beraten lassen und zu seinem Wunschblumentopf finden kann. Ist der richtige Blumentopf gefunden, wird man zum Blumentopfshop weitergeleitet.

Ein Beispiel für Domainübergreifendes Tracking
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Damit der Blumentopfberater auch so richtig genutzt wird, schaltet die Firma Werbung: Auf Facebook und über Google Adwords.

Die Auswertung der Landingpage mit Google Analytics zeigt nun, wie viele Besucher über die Werbung über Facebook und Adwords zum Blumentopfberater kamen:

300 Besucher über Facebook
200 Besucher über Google Adwords

Aber wer davon hat jetzt gekauft und welcher Kanal war effektiver?

Das kann man nicht direkt sehen, denn beim Wechsel von der Domain blumentopfberater.xyz zum blumentopfshop.xyz wechselt der Besucher die Domain – seine Surfhistorie geht damit verloren!

Eine kleine Abhilfe gibt es: Im Google-Analytics-Konto des Blumentopfshops kann man sich nun alle Besucher anschauen, die von der Quelle Blumentopfberater an den Shop weitergeleitet wurden (sogenannte Referrals von blumentopfberater.xyz): Nun wird klar, dass es 10 Verkäufe und 100 Besucher über den Blumentopfberater gab.

Waren die 10 Käufer aber nun Kunden, die über Facebook oder Google Adwords akquiriert wurden? Das lässt sich leider nicht mehr sagen – und deshalb benötigen wir ein domainübergreifendes Tracking.

Tracking einrichten mit Google Analytics: Die Grundlagen

In der Google-Hilfe gibt es eine Anleitung für domainübergreifendes Tracking, allerdings ist dieses bisher recht knapp gehalten und wenig bebildert. Da die Einrichtung heikel ist, da ihr euch damit schnell eure Analytics-Daten verunreinigen könnt, habe ich hier meine Einrichtung dokumentiert.

Als Beispiel verbinde ich meine eigenen Domains japanliteratur.net und krempin.it, wobei japanliteratur.net die primäre Domain mit einer Datenproperty ist, die ich nun auch für krempin.it öffne. Oder verständlicher: Dem Google-Analytics-Konto von japanliteratur.net wird die Domain krempin.it hinzugefügt.

Die Einrichtung erfolgt in diesen Schritten:

  1. Trackingcode erweitern
  2. Ausschluss der sekundären Domain hinzufügen
  3. Ausschluss der sekundären Domain testen
  4. Filter für absolute URLs anlegen
  5. Filter für absolute URLs testen
  6. Conversion-Tracking anpassen
  7. Weitere Filter anpassen

1. Trackingcode erweitern

Als erstes müsst ihr den bestehenden Trackingcode erweitern. Die beste Anleitung hierzu hat Google selbst. Bei mir sieht die Erweiterung dann für die beiden Domains jeweils so aus:

Für den Code bei japanliteratur.net

  ga('create', 'UA-XXXXXXX', 'auto', {'allowLinker': true});
  ga('require', 'linker');
  ga('linker:autoLink', ['krempin.it'] );

Für den Code bei krempin.it

  ga('create', 'UA-XXXXXXX', 'auto', {'allowLinker': true});
  ga('require', 'linker');
  ga('linker:autoLink', ['japanliteratur.net'] );

2. Ausschluss der sekundären Domain hinzufügen

Nach dieser Codeerweiterung wird sich in euren Daten aber noch nichts verändern. Damit das Tracking funktioniert, müsst ihr zunächst die sekundäre Domain aus den Verweisen ausschließen. Standardmäßig ist der Verweis nur für die primäre Domain eingerichtet. Solange die sekundäre Domain nicht ausgeschlossen wird, behandelt Google sie deshalb weiterhin als Verweisdomain und kann die Benutzerprofile der beiden Seiten nicht verbinden.

Zu den ausgeschlossenen Domains gelangt ihr über Verwaltung -> Property -> Tracking-Informationen -> Verweis-Ausschlussliste


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Hier gebt ihr dann einfach die sekundäre Domain (ohne http und www) ein:


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3. Ein erster Test

Um zu testen, ob die Einrichtung des Trackingcodes funktioniert hat, solltet ihr

  1. Überprüfen, ob der Code im Quelltext vorhanden ist
  2. In Google Analytics im Menüpunkt „Echtzeit“ das Recording testen:

Ruft dazu eine beliebige Unterseite auf der einen und eine weitere Unterseite auf der anderen Domain auf. Nun müssten wie im Screenshot unten beide Seiten angezeigt werden – in diesem Beispiel ist das einmal http://japanliteratur.net/kanji-flashcards-von-white-rabbit-press/ (primäre Domain) und einmal http://krempin.it/mehr-traffic-mit-pdf-leseproben/ (sekundäre Domain).


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Wichtig außerdem: Die sekundäre Domain darf nicht mehr als Trafficquelle auftauchen. Taucht sie weiterhin auf, werdet ihr nur die URLs der primären Domain sehen. Die sekundäre Domain muss in dem Fall wie oben beschrieben also noch ausgeschlossen werden.

4. Filter für absolute URLs anlegen

Wer sich das Beispiel oben genau angesehen hat, wird bemerkt haben, dass es mit dem Zusammenführen der beiden Domains nun aber ein Trackingproblem gibt: Woher weiß ich, wenn ich sie nicht selbst erstellt habe, welche Seite zu welcher Domain gehört? Und was mache ich bei Seiten mit doppeltem Namen (z.B. /impressum/ auf sowohl japanliteratur.net als auch krempin.it)?

Hierzu muss ein Filter über die Datenansicht gelegt werden, der vor die relativen Pfade die Domain setzt, sodass wir nachher URLs erhalten wie:

http://japanliteratur.net/kanji-flashcards-von-white-rabbit-press/
statt
/kanji-flashcards-von-white-rabbit-press/

Achtung: Wird ein Filter über eine Datenansicht gelegt, ist dies unumkehrbar. Der Filter beginnt erst zu messen, wenn ihr ihn einrichtet und hört erst auf zu messen, wenn ihr ihn löscht. Die Daten während der Messung sind durch den Filter unwiderruflich durch beeinflusst und können nicht wieder in den „Rohzustand“ zurückversetzt werden. Richtet deshalb am besten eine neue Datenansicht ein, in der ihr die Filter anwendet. Die alte Datenansicht lasst ihr so bestehen. Dies geht im Menüpunkt „Verwalten“:


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Nun könnt ihr unter Verwalten – Datenansicht – Filter für die neu eingerichtete Datenansicht einen Filter anlegen: Nach der Anleitung von Google sieht das dann so aus:


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5. Filter für absolute URLs testen

Um den Filter zu testen, geht ihr in Google Analytics einfach wieder ins Echtzeit-Tracking – die Domain wird nun schon mitgeschrieben:


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Lasst nun zur Vorsicht noch einmal einen oder auch mehrere Tage vergehen und schaut euch die neuen Daten dann noch einmal an.

Was noch zu beachten ist…

Je nachdem, wie ausgebaut und gefiltert eure Datenansicht ist, müsst ihr unbedingt noch weitere Umstellungen vornehmen, damit das Tracking weiterhin sauber läuft:

6. Conversion-Tracking anpassen

Beim Conversion-Tracking habt ihr eine URL hinterlegt, um die Conversion-Rate zu berechnen. In der Regel ist das die Danke-Seite, die der Kunde nach Durchführung der Bestellung erreicht. Wird die Seite besucht, wird eine Conversion gezählt. Da nun der neue Filter greift, der die Domain vollständig ausgibt, müsst ihr auch hier die Seite anpassen (alternativ könnt ihr auch einen regulären Ausdruck verwenden, falls ihr das lieber tut, die vollständige, exakte Domain anzugeben, ist meiner Ansicht nach aber sicherer).


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Bitte auch dran denken: Wenn ihr einen Conversion-Trichter / Funnel verwendet, müssen auch hier die Seiten umbenannt werden!

7. Filter

Dasselbe gilt natürlich auch für Filter. Filtert ihr eine bestimmte Seite und sucht wie in dem Beispiel im Screenshot nach der Seite /warenkorb, wird der Filter diese nicht mehr finden, sondern eine Umbenennung in primaeredomain.de/warenkorb ist notwendig.


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Sobald allerdings mehrere Filter auf einer Datenansicht liegen, wird die Umbenennung heikel und fehleranfällig. Aber es gibt einen kleinen Trick, mit dem ihr euch die Arbeit erleichtern könnt: Nutzt den Mechanismus, mit dem Google Filter einsetzt.

Google wendet die Filter in der Reihenfolge an, in der sie auf der Filterübersicht eingetragen sind. Zuerst also den Filter an Position 1, dann an Position 2. Fügt ihr den Filter, der absoluten URLs anzeigt, als letztes hinzu, so werden zunächst alle eure bisherigen Filter angewendet – und diese funktionieren ja auch wie bisher – und erst am Schluss wird die URL umgewandelt!


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Pro und Kontra des domainübergreifenden Trackings

Wenn euch diese Anleitung noch nicht abgeschreckt hat und ihr nun ernsthaft überlegt, das domainübergreifende Tracking einzurichten, helfen euch zum Schluss vielleicht noch diese Pro- und Contra-Argumente weiter.

Pro

  • Endlich können die Wege des Besuchers auch über mehrere Domains hin erfasst werden
  • Filter ermöglichen es, die Domains trotz allem weiterhin auch einzeln betrachten zu können (dieser Punkt wird in dieser Anleitung nicht erklärt)
  • Das Tracking eignet sich dafür, beliebig viele Domains zu verknüpfen – damit ihr saubere Daten habt, solltet ihr die Verknüpfung aber nur für die Domains vornehmen, über die ihr selbst die Kontrolle habt

Contra

  • Die Einrichtung muss mit großer Sorgfalt durchgeführt werden, insbesondere bei den Filtern solltet ihr aufpassen – und euch damit auch schon auskennen
  • „Bruch“ im Datenbestand: Dadurch, dass den Seiten Hostnamen gegeben werden (meinedomain.de davor gesetzt wird), habt ihr vom Tag der Umstellung an zunächst erstmal zwei Einträge: /unterseite/ (für alle Einträge bis zur Umstellung) und meinedomain.de/unterseite (für alle Einträge ab der Umstellung) für dieselbe Unterseite

Hinweis

Ich übernehme keine Gewähr dafür, dass diese Anleitung vollständig und richtig ist. Findet ihr Fehler oder habt Anmerkungen und Fragen, kontaktiert mich gerne.

Standard
Online Marketing

Potenziale entdecken: Mehr Traffic mit PDF-Leseproben

Eure Seiten ranken gut bei Google? Oder sucht ihr noch nach einem Weg, mehr Traffic zu erhalten? In beiden Fällen solltet ihr euch einen Teil eurer Website genauer anschauen, den ihr bisher wahrscheinlich noch gar nicht analysiert habt: PDF-Leseproben.

Leseproben als „blinder Fleck“ in Google Analytics

Nur leider fehlt der Abruf eben dieser PDFs in den Google Analytics Berichten. Im letzten Beitrag hatte ich erklärt, warum Leseproben mit Google Analytics standardmäßig nicht trackbar sind. Eine Lösung dafür ist die Einrichtung eines Event-Tracking-Codes. Aber auch dann sind Leseproben immer noch nicht komplett analysierbar, denn der Event-Tracking Code trackt nur, wer auf einen bestimmten Link zur Leseprobe geklickt hat. Damit fallen all die Abrufe weg, die über andere Quellen kommen. Das könnten beispielsweise sein:

  • Das PDF rankt gut bei Google und die Besucher öffnen von dort aus das PDF
  • Die Leseprobe wird direkt von einer anderen Seite aus verlinkt
  • Die interne Suche eurer Seite leitet direkt zum PDF weiter

In beiden Fällen greift das Event-Tracking nicht, da die Besucher niemals auf den Leseproben-Link klicken, sondern über andere Quellen zum PDF kommen.

Die Lösung: Google Search Console

Um euch aber zumindest einen groben Eindruck darüber zu verschaffen, welchen Stellenwerte eure PDFs haben, könnt ihr ein weiteres kostenloses Tool von Google nutzen: Die Google Search Console (ehemals „Webmaster Tools“, Anleitung zur Einrichtung dieses Tools).

Unter Suchanfragen -> Suchanalyse gibt Google euch mit den im Screenshot gezeigten Einstellungen die 1000 meistgeklickten Seiten aus – und hier tauchen nun auch die PDFs auf, sofern diese bei Google gut ranken.


Suchanalyse in der Google Search Console

Mit Hilfe der Search Console könnt ihr also sehen, welche eurer PDF-Leseproben für Google eine Bedeutung haben. Nun gilt es, dies zu nutzen und den Traffic, den Google auf die Leseproben weiterleitet, auszuschöpfen.

PDFs als Trafficquelle nutzen

Nachdem ihr die PDFs mit den meisten Impressionen und Klicks in der Search Console identifiziert habt, solltet ihr genau diese PDFs gezielt bearbeiten und einen Link zu eurer Website setzen, beispielsweise mit einem kurzen Hinweis:

Dies ist eine Leseprobe. Das komplette Buch erhalten Sie bei Verlag X.

Besonders ansprechend bereitet Rheinwerk seine Leseproben auf: In der dieser Leseprobe erfolgt nicht nur ein Branding durch Logo und Corporate Design des Verlages, sondern es gibt auch einen Link zur Produktseite.

Bei der Bearbeitung des PDFs solltet ihr zwei Dinge beachten: Erstens solltet ihr nicht zu viel am PDF ändern oder gar einige Seiten löschen und durch neue einsetzen. Wenn das PDF rankt, dann hat dies seine Gründe und ihr solltet es möglichst in seiner jetzigen Form belassen. Zweitens solltet ihr keinesfalls die Dateibenennung des PDFs verändern, da das PDF genau mit dieser URL bei Google rankt.

Effekte testen

Keine Maßnahme ohne Auswertung: Am Ende solltet ihr testen, wie effektiv die neuen Leseproben mit den Links tatsächlich sind. Dazu solltet ihr untersuchen, ob die Visits bei den Produktseiten, auf die die Leseproben-PDFs verweisen, steigen.

Leider ist eine saubere Auswertung hier wieder nur beschränkt möglich. Bei den Besucherquellen könnt ihr beispielsweise nicht unterscheiden, welcher Besucher von Google über die Leseprobe auf eure Seite kommt und welcher Besucher direkt auf der Produktseite einsteigt. Auch ein Kampagnen Tracking über Google Analytics solltet ihr auf keinen Fall in Betracht ziehen: Baut ihr nämlich in das PDF eine Kampagnen-URL ein, überschreibt diese alle anderen Zugriffsquellen und zählt auch Besucher, die das PDF von eurer Website aus aufrufen und dann auf den Link klicken.

Es bleibt also nur ein Vergleich von zwei Zeiträumen und die Hoffnung, dass der Effekt so groß ist, dass er auffällig ist. In Google Analytics könnt ihr Vergleichszeiträume über die Zeitraumauswahl in der rechten oberen Ecke ändern:

Vergleichszeiträume in Google Analytics
Vergleichszeiträume in Google Analytics

Zur Illustration verwende ich einen Screenshot der Zahlen einer Unterseite von einer meiner privaten Websites:

Analyse von Vergleichszeiträumen

Auf dieser Seite habe ich keine bestimmten Maßnahmen durchgeführt, es ist also mehr oder weniger Zufall, dass sich die Besuche verringert haben. Zeigen soll euch dieser Screenshot nur, wie ihr die Effekte sichtbar machen könnt.

Tipp – Segmente einrichten: Ihr könnt die Analyse noch genauer präzisieren, indem ihr ein Segment anlegt, das nur die Besucher enthält, die über Google auf eure Website kommen. Mehr Informationen dazu findet ihr in der Google Analytics-Hilfe.

Pro und Contra von Traffic über Leseproben

In der Ausgabe 54 des suchradars wird das Thema PDFs ebenfalls diskutiert. Markus Hövener sieht PDFs unter Conversion-Aspekten kritisch, da sich eben ein PDF und keine Website öffnet. Positiv hebt er aber hervor, was für mich auch Anlass war, diesen Beitrag zu schreiben: Wenn ihr sowieso PDFs für Leseproben erstellt und diese Sichtbarkeit erlangen, solltet ihr den Traffic auf jeden Fall mitnehmen.

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Online Marketing

Google Analytics für Verlagswebsites (1): Leseproben

Google Analytics ist ein mächtiges Tool, das weitaus mehr kann als Visits, Aufenthaltsdauer und besuchte Seiten pro Aufenthalt zu messen. In diesem Beitrag zeige ich euch, wie ihr mit Google Analytics mehr (Daten) aus euren Leseprobenabrufen herausholen könnt.

Warum sind Leseproben-Downloads nicht trackbar?

Oft werden die Leseproben in Widgets oder einfach als PDF zum Download bereitgestellt. Doch der Download gerade von PDF-Leseproben lässt sich mit Google Analytics in der Standardeinstellung nicht tracken. Dies liegt daran, dass Google Analytics nur Seiten tracken kann, denn der Trackingcode wird immer nur im Kopf einer Seite eingebunden. Wenn ihr die Quellcode-Ansicht einer Seite eurer Verlagswebsite aufruft, sieht dies ungefähr so aus (Zum Originalcode bei Google):

<!-- Google Analytics -->
<script>
(function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){
(i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),
m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)
})(window,document,'script','//www.google-analytics.com/analytics.js','ga');
ga('create', 'UA-XXXX-Y', 'auto');
ga('send', 'pageview');
</script>
<!-- End Google Analytics -->

Solltet ihr diesen Code auf eurer Seite nicht finden, liegt dies wahrscheinlich daran, dass noch das alte Tracking verwendet wird. Alle Ausführungen in diesem Artikel beziehen sich auf das neue Tracking mit Universal Analytics. Wie ihr dies einrichtet, könnt ihr direkt bei Google nachlesen.

Das PDF liegt aber getrennt von dieser Seite, oft sogar in einem ganz anderen Verzeichnis. Deshalb kann der Aufruf des PDFs mit dem Tracking-Code, der sich nur innerhalb einer Unterseite befindet, von Google Analytics nicht getrackt werden. Damit ihr aber trotzdem messen könnt, ob und wie oft die Leseprobe abgerufen wird, könnt ihr das Ereignis-Tracking von Google Analytics verwenden.

Wie funktioniert das Ereignis-Tracking?

Mit dem Ereignis-Tracking kann man sehen, wie oft die Besucher auf bestimmte Elemente wie eben auch einen Link zur Leseprobe klicken. Mit Hilfe des Tracking-Codes könnt ihr für Ereignisse verschiedene Werte zuweisen und Google Analytics damit sagen, dass ein Besucher auf den Link zur Leseprobe für das Buch XY geklickt hat. Der Analytics-Code, den ihr dazu einbinden müsst, sieht so aus:

onClick="ga('send', 'event', 'PDF', 'Download', 'Leseprobe XY', {'nonInteraction': 1});"

Mit onClick=“ga(’send‘, ‚event‘, signalisiert ihr Google Analytics, dass ein Event getrackt werden soll. Es folgen nun drei Parameter, die ihr selbst bestimmen könnt:

Kategorie Aktion Label
PDF Download Leseprobe XY
Link Klick In den Warenkorb

Der erste Wert enthält die Kategorie. Dies kann ein PDF, ein Link oder ähnliches sein. Der zweite Wert enthält die Aktion, zum Beispiel einen Klick oder eine Leseprobe. In diesem Fall könnte ihr auch „Klick“ statt „Download“ einsetzen, das ist reine Definitionssachd.

Die beiden Werte Kategorie und Aktion sind Pflicht. Zum Schluss könnt ihr schließlich noch optional ein Label einsetzen. Bei Leseproben bietet es sich an, den Titel des Buches und die Information, dass es sich um eine Leseprobe handelt, mitzugeben.

Wie ihr die einzelnen Werte benennt, könnt ihr frei entscheiden. Wichtig ist dabei nur, am Anfang genau festzulegen, was und wie ihr tracken wollt. Ändert ihr die Werte nämlich nachträglich wieder, ändern sich diese für die alten PDF-Downloads in Google Analytics rückwirkend nicht mehr und es kann zu einem Chaos bei der Benennung kommen. Überlegen solltet ihr beispielsweise also vor der Einrichtung, ob ihr die Kategorie „PDF“ nennt und die Information „Leseprobe“ im Label mitgebt oder ob ihr schon auf Kategorie-Ebene unterscheidet, zum Beispiel zwischen „PDF-Vorschau“ und „PDF-Leseproben“.

Zuletzt folgt noch die Information ’nonInteraction‘: 1. Verkürzt gesagt ist diese Angabe wichtig, damit eure Absprungraten nicht verzerrt werden. Würde nonInteraction nicht eingebunden, würde Google Analytics den Klick auf den PDF-Link als Aktion werten. Auch wenn ein Leser also auf der Buchproduktseite direkt aussteigt, würde dies nicht mehr als Ausstieg auf dieser Seite gewertet werden und die Absprungrate würde sich nur durch den Klick auf die Leseprobe verbessern.

Wie binde ich das Event-Tracking ein?

Den Code solltet ihr nun überall dort einbauen, wo auf eine Leseprobe verlinkt wird – in der Regel also auf jeder Produktunterseite. Der Link zur Leseprobe sieht in seinen Grundzügen meist so aus:

<a href="...pdf">Leseprobe</a>

Innerhalb des -Tags muss nun noch der Analytics-Code ergänzt werden:

<a href="...pdf" onClick="ga('send', 'event', 'PDF', 'Download', 'Leseprobe XY', {'nonInteraction': 1});">Leseprobe</a>

Wie kann in tracken, zu welchem Buchtitel eine Leseprobe heruntergeladen wird?

Richtet ihr den Code wie oben beschrieben ein, würde nun bei jedem Event als Wert „Leseprobe XY“ mitgegeben werden. „XY“ müsst ihr deshalb durch den Buchtitel ersetzen. Je nachdem, mit welchem Content Management System ihr arbeitet, geht dies aber zum Glück fast automatisch. Gehen wir davon aus, dass die Leseprobe auf einer Produktunterseite verlinkt ist, dann ist der Titel der Leseprobe gleich dem Titel des Buches – also der Produktseite.

Um den Leseprobentitel einzubinden, braucht ihr also nur für XY den Code eingeben, der den Produkttitel ausgibt. Bei WordPress kann dies zum Beispiel

<?php the_title(); ?>

sein.

Wie kann ich überprüfen, ob das Tracking funktioniert?

Navigiert in eurem Google Analytics Konto zum Menüpunkt Echtzeit – Ereignisse. Klickt auf den neu eingerichteten Link zur Leseprobe auf der Website. Innerhalb der nächsten Sekunden sollte das Ereignis von Google Analytics erfasst werden. Ab dem folgenden Tag könnt ihr dann alle Events im Ereignis-Bericht analysieren.

Was kann das Event-Tracking nicht?

Das Event-Tracking hilft euch nun zu messen, wie oft Leseproben über bestimmte Links auf eurer Website abgerufen werden. Damit kann es aber nicht tracken, wie oft diese Leseproben von externen Quellen abgerufen werden. Zumindest für die Frage, welche Besucher über Google direkt auf eine Leseprobe kommen, gibt es aber eine Lösung, die ich in einem weiteren Beitrag vorstellen werde.

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Essen, Japan

Ramen for lazy people

Bisher habe ich Ramen immer nur in Düsseldorf im Restaurant gessen. Die Brühe selbst zu kochen ist doch schon etwas umständlich, zumal es auch absolut nicht einfach ist, den herzhaften Geschmack so nachzukochen wie in einem Restaurant, wo die Brühe stundenlang in einem großen Topf köchelt.

Nun hat mir ein Freund von seinem letzten Japanbesuch die besonderes herzhaften Sapporo-Ramen mitgebracht. Die Geschenkpackung enthält vier Portionen, jeweils rohe Ramen und eine Würzmischung. Beides ist von Qualität und Geschmack ziemlich gut und vor allem deutlich besser als die übrigen Instant-Nudelpackungen.

Zusammen mit einem Ei, Chashu-Schicken (für ca. 1,50€ bei Maruyasu in Düsseldorf) und ein wenig frischem, vorgekochten Gemüse (Sellerie, Möhre, Sojasprossen) wird daraus eine richtige Ramen-Suppe – in nur 20 Minuten.

Wer von euch also einen Bekannten in Japan hat: Bittet ihn oder sie doch einfach mal um eine Packung frische Ramen, es lohnt sich!

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Auf Deutsch, Fukushima, Japan, 福島原発

Der AKW-Sicherheitsmythos in Japan

Warum haben die japanischen Medien ganz anders auf die Vorgänge in Fukushima reagiert als beispielsweise die deutschen Medien? Warum wurde die Situation in Fukushima noch so optimistisch bewertet, obwohl schon drei Kernschmelzen im waren? Ein Grund dafür ist der Mythos um die Sicherheit japanischer Atomkraftwerke.

Es gibt viele Faktoren, die die japanische Berichterstattung zu Fukushima beeinflusst haben: Eine unüberschaubare Lage durch Erdbeben und Tsunami, die Atomlobby, eine überforderte Regierung und ein Stromunternehmen mit Salamitaktik. Zur eher optimistischen Bewertung der Situation in Fukushima in den Medien hat aber sicher auch der Sicherheitsmythos um japanische Atomkraftwerke (原発安全神話) beigetragen.

Tsuda unterscheidet zwischen zwei unterschiedlichen Sicherheitsmythen (21):

  1. Im Fall eines Unfalls sind die Atomkraftwerke sicher, weil es genug Sicherungsmaßnahmen gibt (油断)
  2. Atomkraftwerke sind sicher, eine Unfallgefahr gibt es nicht (虚偽)

Während (1) prinzipiell noch ein Risiko einräumt, verdrängt (2) dies vollständig.

Wie Tsuda zeigt, transportieren die Zeitungen im Fall von Three Miles Island und Tschernobyl diesen Sicherheitsmythos mit folgender Argumentation (28):

  1. Es gibt ausreichende Sicherheitsvorkehrungen in japanischen Atomkraftwerken.
  2. Die Atomunfälle im Ausland – insbesondere in Tschernobyl – sind nicht direkt mit der Situation in japanischen Atomkraftwerken zu vergleichen. die japanische Technik ist hier überlegen, sodass Unfälle in diesem Ausmaß nicht vorkommen können.

Tsuda führt außerdem noch ein paar Umfragewerte dazu an, für wie sicher die Japaner ihre Atomkraftwerke halten und zeigt, dass der Sicherheitsmythos schon vor Fukushima ins Wanken geriet. Die Analyse der Zeitungsberichterstattung beschränkt sich allerdings auf wenige Beispiele, eine großangelegte Untersuchung zur tatsächlichen Diskussion des Sicherheitsmythos in den Zeitungen über die letzten Jahrzehnte und über Fukushima hinaus steht noch aus.

Literatur

Tsuda, Shôtarô (2013). 「原発安全神話」は実在したか?朝日・読売両紙における「虚偽」と「油断」の神話。In: 大震災・原発とメディアの役割。報道・論調の検証と展もも。新聞通信調査会, 21-29.

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Auf Deutsch, Bücher, 日本語で, 福島原発

Kleine Leseliste zur japanischen Anti-AKW-Bewegung

Wie hat sich die japanische Medienöffentlichkeit nach 3/11 entwickelt? Gab es eine Reaktion auf die Ereignisse in Fukushima und hat sich eine japanische Anti-AKW-Protestbewegung herausgebildet? Wie ist diese strukturiert und wie präsent ist sie in der Öffentlichkeit? Wie nutzen die AKW-Gegner neue Medien, um sihc zu formieren?

Zu diesem Themenkomplex habe ich eine Leseliste zusammengetragen, die ich laufend ergänze.

Asahi Shinbun (2012): 「さようなら原発」大江氏ら大規模集会 東京・明治公園 [Tschüss Atomkraft- Große Versammlung im Meiji-Park, Tôkyô mit Kenzaburo Ôe]

Endô, Kaoru (2012). 福島第一原発事故で社会は変わるのか? [Verändert sich die Gesellschaft durch den Unfall in Fukushima?] In: ders.: メディアは大震災・原発事故をどう話ったか。報道・ネット・ドキュメンタリーを検証する [Wie haben die Medien über das Erdbeben und den Atomunfall berichtet? Eine Untersuchung in den Bereichen: Berichterstattung, Internet, Dokumentationen] Tôkyô Denki University Press, 231-254.

Gebhardt, L. (2013). Der Mut zur Meinung – Eine Miniaturskizze der kritischen Öffentlichkeit. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 313-325.

Gegenbach, K., Jawinski, F., & Mladovena, Dorothea (2013). Politik, Energie, Kultur in Wechselwirkung – Wie sich Atomkraft in Japan durchsetzte. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 32-53.

Hasegawa, U. (2012): 再稼働を止めるために. 新しいデモと地元との対話 [Gegen das Wiederanfahren von Atomkraftwerken. Neue Demonstrationsformen und die Interaktion mit den Ortsansässigen.] People`s Plan 58, 40-48.

Hirabayashi, Y. (2012): 反原発デモと若者 [Anti-Atomkraft-Demonstrationen und junge Leute] People`s Plan 58, 65-70.

Honbo, Akira (2012): 原発災害報道にツイッターを活用 – テレビ・ラジオを補う結果 [Die Nutzung von Twitter als Ergänzung zu Fernsehen und Radio bei der Berichterstattung über die Atomkatastrophe]. Shinbunkenkyû 722(9), 28-32.

Itô, Mamoru (2012): テレビは原発事故をどう伝えたのか [Wie hat das Fernsehen über den Atomunfall berichtet?] Tôkyô: Heibonsha.

Leser, J., & Trunk, M. (2013). Radioactivists – Wurzeln und Dynamiken von Protest und Dissidenz in Japan seit Fukushima. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 337-348.

Leser, Julia (2012): Protest in Japan seit Fukushima. Neue Formen des politischen Engage-ments am Beispiel der Gruppe “Aufstand der Amateure”. München: Grin.

Liskutin, Nicola (2012): Vernetzt euch! Fukushima, neue Medien und die Anti-AKW-Bewegung. In: Richter, Steffi / Gebhardt, Lisette (Hrsg.): Japan nach „Fukushima“: ein System in der Krise. Leipzig: Universitäts-Verlag.

Metropolitan Coalition against Nukes (2012): 首都圏反原発連合主催のデモ・抗議活動におけるのぼり・旗・プラカードのガイドライン [Demo der Anti-Atomkraft-Koalition des Hauptstadgebietes – Guideline betreffend der Banner, Fahnen und Plakate bei Protestaktionen]

Môri, Takashi (2011), デモの方法論 [Demonstrationsmethoden] In: Twit no Nukes (Hrsg.): デモいこう!声をあげれば世界が変わる。街を歩けば社会がみえる Tôkyô: Kawade shobō shinsha, 31-36.

Richter, S. (2013). Fukushima. Wissen er/fahren: Vor Ort In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 400-422.

Saitô, Harume (2011).「脱原発」の声と運動はどう報道されたのか [Wie wurde über die Anti-AKW-Bewegung berichtet?] In: Maruyama, Shigetake (Hrsg.): これでいいのか福島原発事故報道 [War es so in Ordnung? Berichterstattung über den Atomunfall in Fukushima]. Fôkyô: Akebi Shobô, 128-147.

Singler, A. (2013). Die Wahrheit eines Soloartisten – Der Anti-Atomkraft-Aktivist Yamamoto Tarô. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 326-331.

Singler, A. (2013). Streifzug durch die japanische Protestszene im Herbst 2012 – Eine Reportage. In: Gebhardt, L., & Richter, S. (Hrsg.): Lesebuch Fukushima. Berlin: ebv, 369-399.

Takenobu, Mieko (2011): 市民メディアに突き動かされたマスメディア。新しい連携さぐるとき [Die durch die Bürgermedien in Bewegung gekommenen Massenmedien. Zeit nach einer neuen Zusammenarbeit zu suchen]. In: People`s Plan 54, 63-67

The Future Times (2012): Twitterから始まったでもTwit no Nukes [Die auf Twitter begonnene Demo „Twit no Nukes“.]

Twit no Nukes (2011): デモいこう!声をあげれば世界が変わる。街を歩けば社会がみえる[Auf zur Demo! Wenn wir die Stimme erheben, verändert sich die Welt. Wenn wir auf die Straße gehen, wird es für die Gesellschaft sichtbar] Tôkyô: Kawade shobō shinsha.

Yamada, Kenta (2013). 原発再稼働の伝え方 [Die Berichterstattung über das Wiederanfahren von AKW Ôi] In: ders. 3・11とメディア。新聞・テレビ・WEBは何をどう伝えたか [3/11 und die Medien: Was haben TV, Zeitungen und Web wie berichtet?] Tôkyô: Transview, 22-31.

Zöllner, Reinhard (2012): “Sayonara Atomkraft”: Bisher größte Anti-Atomkraft-Demonstration in Tokyo.

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ドイツの生活, 日本語で

祖父が90歳になった日

一人の残った祖父以外、祖父母がみんな亡くなりました。でも、このウェルナーという祖父はとても元気で、機能九十歳の誕生日のパーティーがした。一九二三年に生まれて、第二次大戦に戦士として戦って、子供が四人をいて、三十年前に退職しました。

庭のパーティーでしたから、前に雨が降るとかの恐れが大きくて、幸せにあたたかい夏の日でした。もちろん、ケーキを食べて(シュヴァルツヴェルダー・キルシュトルテ)、伯父さんがソーセージを焼きました。

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Auf Deutsch, Coding, Wordpress

Für Buchblogs: Bibliografien zu einem Autor ausgeben

Gestern hatte ich erklärt, wie ihr über eine Schlagwortausgabe in einem Buchblog weitere Bücher eines Autors ausgeben könnt. Die Schlagworte kann man aber noch weiter verwenden, und zwar für eine automatische Bibliografie zum Autor.

Warum die Standardabfrage nicht für Bibliografien gemacht ist

Über die Verschlagwortung einzelner Artikel kann man eigentlich ganz einfach eine Bibliografie erstellen: So tauchen alle Bücher, die ich unter „Haruki Murakami“ verschlagwortet habe, auf einer Seite auf, die das URL-Schema „http://meinedomain.de/?tag=haruki-murakami“ hat. Die Bibliografie generiert sich also automatisch von selbst. Allerdings werden diese Einträge nach Erstellungsdatum geordnet ausgegeben. So kann eine Liste dann beispielsweise so aussehen:

Die Abfrage dazu in tag.php (liegt im Theme-Ordner) sieht dann so aus:

<h2><?php single_tag_title(); ?> </h2>
<?php /* The loop */ ?>
<?php while ( have_posts() ) : the_post(); ?>
<p><a href="<?php the_permalink(); ?>" title="<?php the_title(); ?>"><?php the_title(); ?></a></p>
<?php endwhile; ?>

Ich möchte nun aber noch ein Erscheinungsdatum hinzufügen – schließlich soll es ja eine richtige Bibliografie werden, die einen chronologischen Überblick über das Werk des Autors gibt. Dazu lege ich ein Custom Field „erscheungsjahr“ unter zu jedem Artikel an, den ich mit einem Autorennamen verschlagwortet habe (wie ihr dieses anlegt, hatte ich ebenfalls im letzten Artikel erklärt). Damit das Erscheinungsjahr nun auch angezeigt wird, füge ich innerhalb des Loops eine Zeile hinzu:

<?php echo get_post_meta($post->ID, 'erscheinungsjahr_japan', true); ?>

Nun gibt mir WordPress folgende Liste aus:

Haruki Murakami

2004: After Dark

1988: Tanz mit dem Schafsmann

1987: Naokos Lächeln

Die Liste ist nicht chronologisch geordnet, da WordPress die Artikel nach Erstellungsdatum ausgibt, das heißt After Dark ist der neueste Artikel. Für die Tags möchte ich aber eine chronologische, also hier numerische Ordnung nach dem Custom Field „erscheinungsjahr“. Deshalb muss die Abfrage etwas umgeschrieben werden.

Eine chronologische Bibliografie erstellen

Die Abfrage in tag.php muss also durch folgenden Code ersetzt werden:

<h2><?php single_tag_title(); ?></h2>

<?php if ( tag_description() ) : // Show an optional tag description ?>
<?php echo tag_description(); ?>

<?php endif; ?>

<?php
query_posts( $query_string . '&orderby=meta_value_num&meta_key=erscheinungsjahr_&order=ASC' );
while ( have_posts() ) : the_post(); ?>

<p><?php echo get_post_meta($post->ID, 'erscheinungsjahr_japan', true); ?>: <a href="<?php the_permalink(); ?>" title="<?php the_title(); ?>"><?php the_title(); ?></a></p>

<?php
endwhile;
wp_reset_query();
?> 

Die Anzeige ist nun chronologisch:

Haruki Murakami

1987: Naokos Lächeln

1988: Tanz mit dem Schafsmann

2004: After Dark

Erweiterte Optionen

Wollt ihr noch eine Autorenbiografie hinzufügen, könnt ihr einfach zum Schlagwort eine Beschreibung hinzufügen. Außerdem ist es möglich, Seiten zu bestimmten Autoren beziehungsweise Tags individuell zu gestalten. Kopiert dazu einfach „tag.php“ und benennt sie um ind „tag-schlagwort.php“ beziehungsweise „tag-haruki-murakami.php“. Nun könnt ihr nur für dieses eine Schlagwort ein eigenes Template erstellen!

Wer es noch einmal ausführlich nachlesen möchte:

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